Was passiert bei Stress mit unserem Körper?

Die Auswirkung von Stresshormonen und Dauerstress

Jeder kennt es.. Die Situation vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder einem wichtigen Gespräch mit Freunden, Chef*innen oder Familienmitgliedern. Der Moment in dem wir lieber die Flucht ergreifen wollen, weil unser Körper ganz komische Sachen macht, die wir nicht immer sofort einordnen können.  

Den Einen wird heiß und sie fangen wild an zu schwitzen, die Anderen bekommen eiskalte Hände oder einen stressbedingten nervösen Magen bis hin zu Stress Durchfall. Was passiert da mit unseren Körpern? Das ist eigentlich ganz einfach. Unser Körper nimmt bedrohlich wirkende Reize wahr und löst damit in einer Art Kettenreaktion von Stresshormonen bei uns aus, die unser Neandertaler-Hirn auf Flucht oder Kampf vorbereiten.

Welche Stresshormone gibt es und wie steuern sie unsere Körper?

Bei bedrohlichen Reizen, auch Stressoren genannt, stimuliert sich das Nervensystem und setzt Stresshormone frei. Das hört sich jetzt erstmal nicht schlimm an und in plötzlichen Gefahrensituationen können diese Stresssymptome sogar lebensrettend sein, weil sie uns dabei unterstützen der belastenden, reizauslösenden Situation standzuhalten. Wenn wir mal an ein beinahe-Unfall denken, indem man „zufällig“ richtig gehandelt hat, kann das daran liegen, dass Stresshormone auch unsere Aufmerksamkeit und Reaktionszeit sowie Motorik positiv beeinflussen können.

Grundsätzlich unterscheidet man bei den drei wichtigsten Stresshormonen zwischen Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin.

Cortisol ist hierbei das bekannteste Stresshormon und aktiviert bei Stress den Stoffwechsel und wirkt wie ein Aufputschmittel, wenn es kurzfristig leistungsfähiger macht. Es erhöht auch unseren Blutzuckerspiegel, Blutdruck, Körpertemperatur und Atemfrequenz. Einer der Gründe, warum eine bewusste und entspannte Atmung unseren ganzen Körper zur Ruhe bringen kann.

Noradrenalin und Adrenalin werden vom Cortisol reguliert und im Zusammenspiel sorgen sie für eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels, um viel Energie „für unsere Flucht oder unseren Kampf“ freisetzen zu können. Noradrenalin trägt dabei maßgeblich zu einer erhöhten Aufmerksamkeit, Wachheit und verbesserten Motorik bei. Adrenalin erweitert die Bronchien und Atemwege bei Stress, um mehr Sauerstoff zur Verfügung zu stellen und reduziert bei Gefahr scheinbar unwichtigere Funktionen, wie die Funktion des Marken-Darm-Trakts und der Libido.

Wann wird Stress schädlich?

Stress wird von jedem Menschen anders empfunden, jeder hat eigene stressauslösende Reize und auch die Stressresistenz unterscheidet sich durch Erfahrungen, Belastungen und der eigenen inneren Ruhe. Auch körperliche und seelische Belastungen können einen Einfluss auf das persönliche Stresslevel haben.

Chronischer Stress bedeutet ein dauerhaft hohes Stresslevel zu haben und einem permanenten Alarmzustand ausgesetzt zu sein. Wie man sich leicht vorstellen kann stellt dies eine Dauerbelastung dar, die der physischen und mentalen Gesundheit langfristig schaden kann.

Diese Warnsignale solltest du nicht ignorieren:

  • Gereiztheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Appetitstörungen
  • Nervöse Zustände
  • Sozialer Rückzug
  • Körperliche Anspannung

Frage dich ganz bewusst, erkennst du bei dir eines der Warnsignale? Wenn ja, was kannst du gegen die Dauerbelastung tun und wie kannst du dich vor den identifizierten Stressfaktoren langfristig schützen? Stress wird viel zu oft als „normal“ oder „wichtig“ angesehen – dabei kann es bei der dauerhaften Alarmbereitschaft zu einem erhöhten Adrenalin- und Cortisolspiegel im Blut kommen, der zu einer Überlastung des Körpers führt.

Folgen von chronischem Stress können Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Depressionen, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Spannungskopfschmerzen, Gedächtnisprobleme sowie Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten und die erhöhte Gefahr von Diabetes sein.

Das hört sich nach ziemlich viel an oder? Das war nicht alles. Denn dauerhaft aktivierte Stresshormone nehmen nicht nur Einfluss auf das Schlafhormon Melatonin, sondern hemmen diese auch die Produktionen der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Damit einher geht die Lustlosigkeit auf Sex, die Gefahr vor Impotenz bei Männern und Zyklusstörungen bei der Frau.

Erschreckend für was Stress alles verantwortlich sein kann. Gib immer Acht auf deinen Körper und versucht die frühen Warnsignale zu erkennen oder häufiger im Alltag inne zu halten und zu reflektieren, was Stressauslöser sind und was Erholung für dich bedeutet, um auf eine gesunde Balance hinzuarbeiten. Das ist natürlich gar nicht so leicht, deshalb haben wir dir noch wichtige Punkte für die langfristige Reduktion von Stress zusammengefasst.

Wie kann ich langfristig weniger Stress empfinden?

Nachdem die eigenen Stressfaktoren identifiziert und eventuell individuell angegangen wurden, wie z.B. durch das bewusste Ziehen von Grenzen oder terminierte Pausen im Alltag, sollten wir uns auch Gedanken machen, wie wir unseren Stress dauerhaft senken können. Es gibt viele Übungen oder Stressmanagementmethoden die uns hier weiterhelfen können.

Erkundige dich am besten mal bei deiner Krankenkasse in welche Form sie Kurse für Stressmanagement, autogenes Training, Yoga und Meditationen unterstützt. Viele Krankenkassen übernehmen die vollen Kosten zur Gesundheitsprävention. Einfach mal erkundigen!

Alternativ kannst du dich mit Fachliteratur zum Thema Stressmanagement, Resilienz und Achtsamkeit auseinander setzen oder als Einstieg auf unserem Blog zu diesen Themen stöbern. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn du erst etwas brauchst, um die für dich passende Methode zum Entspannen zu finden.

Um dauerhaft Stress vorzubeugen sollte eine gesunde Balance zwischen stressigen Momenten und positiven Ereignissen stattfinden. Positive Ereignisse oder Aktivitäten können Sport, Malen, Lesen, Gartenarbeit, Spaziergänge, Musizieren, Kuscheleinheiten oder Tagebuch schreiben sein. körperliche Bewegung und das Ausleben kreativer Energien kann sehr erholsam und entschleunigend wirken und vor allem langfristig für eine innere Ruhe sorgen.

Fazit

  • Bis zu einem gewissen Grad ist Stress also absolut normal.
  • Bei Warnsignalen wie Anspannung, Gereiztheit und Isolation sollten bei dir die Alarmglocken angehen, weil chronischer Stress ernstzunehmende Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat.
  • Nimm dir Zeit für dich um Stressfaktoren zu identifizieren und eine präventive Maßnahme für dich zu finden, mit der du entspannen kannst und dich nicht unter Druck gesetzt fühlst.
  • In stressigen Phasen solltest du unbedingt auf genug Schlaf Acht geben und Abends Momente der Ruhe finden.

Dein Team

vom Less Onlineshop  

 

🌿 Entdecke unsere Auswahl an plastikfreien Produkten und werde Teil der Lösung. Gemeinsam für eine plastik- und stressfreie Zukunft! Folge uns gerne bei Instagram, Facebook, YouTube und Pinterest, um nichts mehr zu verpassen.

 

Entdecke weitere Artikel zu spannenden Themen:

🌿55 Achtsamkeitszitate: Schlüssel zur Ruhe und einem bewusstem Leben

🌿Waldbaden: Vorteile und Tipps zum ausprobieren

🌿Self Care reflektiert

🌿Kreative Ideen fürs Tagebuch schreiben

🌿Achtsamkeit im Alltag: Tipps für mehr Bewusstsein und Stressabbau

 

Quellen:

Smartsleep (2022): Stress & Stresshormone im Überblick, online verfügbar: hier

AOK (2023): Was sind Stresshormone und wie wirken sie im Körper?, online verfügbar: hier

Orthomol (2023): Stresshormone: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol, online verfügbar: hier

Orthomol (o.J.): Stressbewältigung & Stressmanagement: Tipps für Alltag und Arbeit, online verfügbar: hier

 

Einen Kommentar hinterlassen

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Google.